Der Jahrhundert-Kunstschuss !!
 
Alle, die am 26. Mai dem letzten Punktspiel gegen Ottensoos beigewohnt haben, sind Augenzeugen eines Vorganges geworden, der uns alle vermutlich bis an unser Lebensende beschäftigen wird - ob wir nun wollen oder nicht. Besagter Vorgang ereignete sich zirka in der 80. Minute und soll hier noch einmal einige Zeilen gewidmet werden.

Also, in jener Minute gab es einen Freistoß für die Post, Trainergott Stephan Adler, der sich selbst einwechselte, legt sich den Ball zurecht. Martoloni und meine Wenigkeit (Don), die trotz wesentlich besserer Trainingsleistungen verglichen mit jenen des Trainers und anderen Akteuren unverständlicherweise nicht zum Einsatz kamen (das aber nur am Rande), flehten den Himmel an, dass Alto den Freistoß in den Himmel jagt. Vergebens. Innenpfosten, Hulm staubt ab, Tor - so weit die nüchterne Schilderung.

Da wir diese Szene jedoch jetzt auf Jahre hinaus bei jedem Training, Spiel, Treffen, Ausflug, Kegelabend, Kartenabend, Häckelabend und so weiter und so weiter, hören werden, beziehungsweise müssen, möchten Martoloni und ich sie ganz im Sinne des Trainers ausführlicher schildern. Bitte unbedingt auswendig lernen, da Alto eine stichprobenartige Überprüfung angedroht hat. Ganz, ganz wichtig natürlich für alle, die auf einen Stammplatz in der neuen Saison aus sind.

Hier die Musterversion: Zirka 35 bis 45 Meter vorm gegnerischen Tor legt sich Stephan Adler den Ball zurecht, sucht bei dieser Aktion bereits den Blickkontakt mit dem Ottensooser Torhüter, um ihn erstens einzuschüchtern und ihm zweitens auf die falsche Fährte, beziehungsweise aufs falsche Eck zu bringen. Der Keeper konzentriert sich aufs rechte Eck, während Adlers genialer Plan natürlich das linke vorsieht. Damit nicht genug der Täuschung. Er verwickelt dem neben ihm stehenden A. N.aus N. in ein Gespräch, um den Schein zu erwecken, als würde er einen Freistoß-Trick absprechen wollen.

Mitten im Reden läuft Adler unvermutet, explosiv wie ein Panther und geschmeidig wie eine Katze an, es folgen zwei, drei kurze federnde Schritte, ehe Adlers rechter Fuß den Ball so virtuos streichelt, dass er wie an der Schnur gezogen über die Mauer segelt und hinten im linken Tordreieck einschlägt. Von dort springt er ins Feld zurück, wo er dem verdutzten langmähnigen Laufamholzer Kirchweihbuam T. H. aus N. auf dem Kopf fällt und endgültig ins Netz springt. Das sonst fehlerfreie Schiri-Gespann hatte sich in diesem Moment einen kollektiven Blackout genommen und nach Adlers unglaublichen Jahrhundert-Kunstschuss nicht !!!! sofort auf Tor entschieden - so ist es zu dem unverzeihlichen wie unverständlichem Irrtum gekommen, T. H. aus N. den Treffer gut zuschreiben.

Hinweis fürs Auswendiglernen: Die angegeben Meter und Schrittmaße werden sich im Lauf der Monate, Jahre verändern. Aus 45 Metern werden 50, 51, 52, usw. Bei den Anlaufschritten hingegen gestaltet sich die Sache einfach. Spätestens im Herbst wird es keinen Anlauf an sich mehr geben, sondern durch aus dem Stand ersetzt werden. Davon bitte nicht irritieren lassen!!!! Don B. (26.05.2004)