-- SKANDAL - HANS MEYER BELEIDIGT DEN POST SV NÜRNBERG --
 

Mittwoch, 29.11.2006, 18:30 Uhr in Bundesliga Aktuell auf DSF:

Der Sportsender strahlt eine Reportage über den 1. FC Nürnberg aus. Ein Millionenpublikum sieht zu. Gezeigt wird Hans Meyer, der Trainer des 1. FCN, auf dem Trainingsgelände im Neuen Zabo.

Seine Spieler absolvieren die Übungseinheit nicht wie von ihm gewünscht. Er gerät in Rage und plötzlich fällt folgende Äußerung:

"... so ne Scheiße könnt ihr bei Post Nürnberg abziehen, oder bei den Amateuren, aber nicht hier!!!"

Die online-Redaktion ist sprachlos...wie sollen wir auf eine derartige Entgleisung reagieren?
Foto: INA FASSBENDER/REUTERS/SCANPIX
...aber hallo, Hans !! Aktuell die ersten Reaktionen:

Mario Bierbrauer (Spielführer)

Ja ja lieber Hans, so schnell kann es gehen: Vom Meisterschaftsanwärter hin zu einem bedeutungslosen Mittelfeldplatz innerhalb der Bundesliga. Zur Frustbewältigung werden dann wieder unlautere „Uli-Hoeneß-Methoden“ benutzt und kleinere Vereine müssen als verbaler Sündenbock herhalten. Skandal!
Nun mach ich als Kapitän der Mannschaft den ersten Schritt und werfe den imaginären Fehdehandschuh vor Ihre Füße. Mal sehen, ob Sie nun genug Courage beweisen und einen Mannschaftsvergleich über 90 Minuten zustimmen. Und immer dran denken, Humor ist wenn man trotzdem lacht.
   

Daniel Paulus (Destillator)

Lieber Hans Meyer, mit deinem Spruch zur Trainingsleistung deiner Elitekicker hast du ganz schön in das gelangt, was diese im Training angeblich produziert haben. Mit der Nennung des Post Sport Vereins Nürnberg diskriminierst du entweder stellvertretend alle Mannschaften im Amateurbereich (hier: BOL) oder du  bist  nach gründlicher Beobachtung und entsprechender Analyse des Post SV zu diesem vernichtenden Urteil über die Fußballer dieses Vereines gekommen. Als jungen, aufstrebenden und trainingseifrigen Spielern nimmst du uns jeden Mut, es einmal zu dir nach ganz oben zu schaffen, wenn wir doch fußballerisch nur Sch... produzieren. Das schreit nach Wiedergutmachung! Wir zeigen dir unsere Qualitäten:im Training und beim Freibier.
   

Christian Biechele (Der 'Don'- Co-Trainer)

Vor zwei Jahren noch, hätte man Hans Meyer vorbehaltlos zustimmen müssen. Doch seitdem der Trainerstab des POST SV das mehrtägige Führungsseminar der Bundeswehr "gehorcht, ihr Säcke" absolviert und mit "summa cum laude" bestanden hatte, weht ein anderer Wind über den Ebensee. Scheiß? Blödsinn? Unachtsam? Diese Vokabeln wurden mit eisernen Hand ausradiert. Beim Training zumindest, denn im Wettkampf - nun ja, breiten wir den berühmten Mantel des Schweigens darüber aus. Egal, um sich von der Trainingsdisziplin ein Bild machen zu können, sollte Hans Meyer bei den Jungs mindestens eine Einheit leiten. Umgekehrt erklärt sich der PSV-Trainerstab bereit, den Club-Profis ihre Methode näher zu bringen. Ob sie danach in der Bundesliga punkten wissen wir nicht, aber für eine korrekte Haltung im Training können wir garantieren."
   

Johannes Beck (Ex-Poster-immer-Poster)

Als treuer Post SV Nürnberg Anhänger, Ex-Aktiver und Jungtrainer fallen mir nur zwei konträre Meinungen über die Äußerung ein. Der Sinn erschließt sich mir nicht. Entweder H.M. musste in aller Hilflosigkeit und Verzweiflung bei der Teammotivation zur untersten Schublade greifen und eine nunmehr gewachsene Größe des mittelfränkischen Fußballs diffamieren. Oder er zollte der Arbeit eines kompetent geführten und engagiert arbeitenden Breitensportverein, der ja bekanntlich die Grundlage für das Profitum darstellt, den verdienten Respekt.
Aber ein Hans Meyer wäre kein Hans Meyer stünde hinter jeder noch so 'witzigen' Bemerkung ein tieferer Sinn.
Diese Unstimmigkeiten scheinen sich nun in der lokalen Presse bereits zu einer kleinen 'Affäre' zu potenzieren. Nur zur Erinnerung: Die 'Weizenbier-Affäre' kostete bereits Trainerkollegen Augenthaler das Amt.
Um diese 'Post-SV-Affäre' zu deeskalieren schlage ich folgendes vor: Offene Podiumsdiskussion zum Thema 'Teammotivation und ihre externe Wirkungen auf die Öffentliche Meinung'
Ort: Regionaler Teppichfachmarkt
Gäste: Post SV Delegation, H. Meyer, M. A. Roth, M. Öchler und Stargast Werner 'istmirallesscheißegal' Lorant.
Wie sind auf die Reaktion der Presseabteilung gespannt!
   

Ingo Strasser (Schweine-Geschnetzeltes)

Mann, Mann, Mann. Wenn ich gewusst hätte wo ich da hin wechsle. Und der Meyer wusste das auch noch! leider hat er die Bombe über den Skandalverein und Sündenpfuhl erst etwas spät platzen lassen.
Wahrscheinlich hat die Sonne des Erfolgs beim FCN, die vor ein paar Wochen zweifelsohne noch schien, die Schatten solch waghalsiger Aussagen noch überstrahlt. Da kann man diesmal nur sagen: "Zu weit rausgelehnt, Hans!" Die daraus folgenden Konsequenzen liegen ja quasi auf der Hand: Ablösen des Poster Alibi-Coaches (zumindest für ein Training) und spendieren des anschliessenden Kabinenfestes. Und für die Zukunft: Reden ist Schweigen, Silber ist Gold... oder so!
   

Alexander Hitz (Ex-Wilhermsdorfer und Einhitzer)

Mensch Meyer. Das war mal wieder ein starkes Stück... Erst versuchte sich Ihre Weltklasse-Mannschaft an der Spitze festzukrallen und brauchte nicht mehr zu trainieren, dann wollten Sie schon mal mit 5 Bällen spielen lassen, damit der Banovic nicht weint und nach dem Dortmund-Spiel wollten Sie dem armen Mnari erschießen. Und nun so was... Jetzt haben Sie das Fass zum Überlaufen gebracht!!! Nach Ihrer abfälligen Bemerkung über die Fussballer des Post SV sehe ich es als selbstverständlich an, dass Sie eine unserer nächsten Trainingseinheiten leiten (natürlich mit anschließendem Kabinenfest). Eine Einladung zu einem Testspiel am Valznerweiher wäre ebenfalls angebracht (wir bringen aber unseren eigenen Andi Wolf mit). Denn es will schließlich einmal ein jeder von uns live in den Genuss Ihres überragenden Humors, sowie Ihrer einmaligen Ironie kommen.
   

Daniel Maderer (Torjäger)

Um ehrlich zu sein hat es uns sehr verwundert, dass Sie als Nicht-Nürnberger unsere kleine, unscheinbare Fußballabteilung überhaupt kennen, sich dann allerdings so abfällig zu äußern missfällt uns sehr… Doch gerade ich als ehemals suspendierter Spieler des Post SV weiß sehr gut, dass man sich im Eifer des Gefechts schnell zu solch unüberlegten Aussagen hinreißen lassen kann. Jedoch sollte man dann auch die Größe besitzen und für seine Aussagen gerade stehen, wie ich es im Fall Bad Windsheim auch tun musste (und nackt auf einem Traktor über den Platz fuhr). Ich bin dafür, dass Sie sich von unseren widerwärtigen Bedingungen auf unserer grün angemalten Betonplatte selbst überzeugen und vielleicht ein Training mit ihren, zugegebenermaßen sehr humorvollen Beiträgen bereichern.
   
Die fränkische Fußballposse hat ausgespielt
Als bei Hans Meyer die „Post“ abging
   
Haben sich wieder lieb: Club-Coach Hans Meyer (li.) und Stephan Adler vom Post SV Nürnberg. Fotos: Fengler/Archiv
 
Nicht gerade mit Ruhm bekleckerten sich die Fußballer des Post SV in ihrem letzten Bezirksoberligaspiel vor der Winterpause. In Wendelstein hagelte es eine satte 2:7-Klatsche für das Team von Trainer Stephan Adler. Der hat für den Leistungseinbruch seiner Elf eine simple Erklärung: „Es war der Schock, der meinen Spielern noch in den Knochen steckte.“ Und Kapitän Mario Bierbrauer ist sich sicher: „Wir waren im Unterbewusstsein derart gebrandmarkt, dass wir keinen Fuß mehr vor den anderen setzen konnten.“ Aber was um alles in der Welt war nur passiert?

Einige Tage zuvor hatte FCN-Coach Hans Meyer während einer Trainingseinheit lauthals herumgebrüllt, weil er bei seinen Akteuren die nötige Ernsthaftigkeit vermisste. Im Überschwang der Emotionen entwich dem Thüringer unter anderem folgender Satz: „So eine Sch . . . könnt ihr bei Post Nürnberg abziehen oder bei den Amateuren, aber nicht hier“.

Bei der BOL-Truppe schlug der Satz ein wie eine Bombe. „Wir waren geschockt“, erzählt Post-Trainer Stephan Adler, der erst durch Mannschaftskapitän Bierbrauer auf den „Skandal“ aufmerksam gemacht wurde. „Ich hab’ die Szene gesehen und dachte zunächst, ich hätte mich verhört“, erinnert sich der Spielführer und bekennende FCN-Fan an den Abend, als er sich nichts ahnend die Bundesliga-Aktuell-Sendung im DSF anschauen wollte. Spätestens als die Szene zum zweiten Mal gezeigt wurde, war er sich dann sicher, dass sein Verein namentlich erwähnt wurde.

Wie tief ein solcher Spruch die Fußballerseele treffen kann, davon kann man sich seither im Internet unter www.post-sv-fussball.de überzeugen. Schon auf der Startseite prangt dem User unübersehbar Meyers Konterfei entgegen und daneben die Frage „Wie sollen wir auf eine derartige Entgleisung reagieren? Bitte helft uns“. Es dauerte nicht lange, da meldeten sich die ersten entrüsteten und zu tiefst verletzten Akteure im Gästebuch zu Wort.

„Der gute Hans soll doch auf unserer Weihnachtsfeier den Nikolaus spielen“, schrieb ein User namens „BastlWastl“. Ein „Sepp Blatter“ verlangte gar eine ganze Trainingseinheit mit dem FCN-Coach absolvieren zu dürfen — mit Medienpräsenz versteht sich. VIP-Karten für das nächste Heimspiel gegen die Bayern hätten ebenso zur Versöhnung beitragen können. Doch auch verständnisvolle Stimmen wurden laut. „Was beschwert ihr euch?“, schrieb jemand mit dem Kürzel „hm“, „nach eurem Spiel in Wendelstein sollte erst mal keiner die Klappe aufreißen.“ Der Grundtenor war deutlich. Man forderte zumindest eine öffentliche Stellungnahme Meyers und eine Erklärung, was ihn denn zu einer solchen Aussage verleitet hat.

Gut zwei Wochen später äußerte sich Hans Meyer zu der Sache und beschwichtigte: „Der Satz sollte natürlich überhaupt nicht gegen die Postler gerichtet sein“, erklärte der 64-jährige Fußballlehrer. „Die fielen mir nur gerade ein, weil Christian Biechele, der Co-Trainer von Post ist und als Redakteur für den Kicker über uns schreibt, mir so viel über sein Team erzählt hat.“ Und damit die Mannschaft ihr „Meyer-Trauma“ spätestens bis nach der Winterpause überwunden hat, fand der Club-Trainer noch aufmunternde Worte für die Amateurkicker: „Hey, ich drücke natürlich in der BOL kräftig für euch die Daumen, damit es nicht noch einmal so eine 2:7-Klatsche wie zuletzt in Wendelstein gibt. Ich weiß doch, dass ihr’s könnt . . .“ Stephanie Händel
18.12.2006 0:00 MEZ © NÜRNBERGER ZEITUNG  

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